Freitag, 31. Dezember 2021

31.12.2021 Jahresrückblick

Hallo liebe vegane Gemeinde, Freundinnen, Freunde! 

Wer hat an der Uhr gedreht, schon wieder ein Jahr vorbei. Verrückt. Und dann noch so ein beklopptes wie 2020. 

Viele schöne Erinnerungen habe ich trotzdem.

Viel mit Reisen war ja nicht, aber meistens hat es mir nicht gefehlt. Ein bisschen was ging ja. Irgendwas geht immer. 

Dieses Jahr habe ich die wenigen Möglichkeiten genutzt, meine Familie zu sehen. Zum Feiern, zum Wandern. 

Bonn:


RLP, anlässlich des Geburtstages meiner Schwägerin: 



Sylt. Ich hatte Sylt kurzfristig früher verlassen, ich hatte einen Impftermin. Das war eines meiner Highlights in 2021, die Impfungen. 




Bayern: 




Der linksrheinische Jakobsweg, den bin ich mit meiner Freundin A gelaufen. In diesem Jahr von Boppard bis zum Endpunkt Bingen. 
Im kommenden Jahr machen wir auch wieder was, jakobswegtechnisch! Vielleicht von Bingen bis nach Trier, mal schauen! 




Blick auf Bacharach: 


Auf dem Weg von Wesseling nach Bonn, auch eine Etappe des linksrh. Jakobsweges, offiziell die zweite.

Teneriffa im Dezember: 



Eine Wanderung anlässlich meines Geburtstages im Mai, mit der ganzen Familie: 



Die heißgeliebten Nachbarn dürfen auch nicht fehlen, hier die kleine uralte Cosi: 


Ches Füße in meiner Hand: 


Der Che Guevara, mein Höllenfürst. Mein Lieblingsnachbar:


Der Milo:

Weihnachten haben wir auch gut verbracht, wenn auch anders als geplant. Aber was sind schon Planungen. Das Leben passiert, während du planst. 

Heute, Silvester, kommt meine Freundin zu uns. Wir machen Fondue. Mit Brühe. Diese ist schon fertig und ruht auf dem Balkon. Sie wartet auf ihren Einsatz. Die Wohnung ist schon auf links gedreht und ordentlich. Wobei ich immer noch einen Wäscheberg in meinem Zimmer habe. Aber den habe ich zugedeckt. 

Ich muss jetzt in die Küche springen und das Fondue vorbereiten. Das Gemüse blanchiere ich vorab, damit es nicht ewig im Fonduetopf braucht, bis es gar ist. 

Leider habe ich keine Luftschlangen mehr. Die letzte hatte ich letztes Jahr verbraucht. Ach egal, geht auch ohne. Ich könnte den Mann beauftragen, eine Luftschlange zu malen und auszuschneiden... dann wäre der auch von der Straße weg. Und ich werde eine Polonaise machen. Mit drei Leuten. Das ist toll, oder! 

Im kommenden Jahr ist geplant, mit meinem Sohn den Caminho Portugues zu gehen. Die Flüge sind schon im Sack. Ich bin ja sehr gespannt, wie dann die aktuelle Lage ist. Ob das Virus uns lässt oder nicht. 

Liebe FreundInnen, ich wünsche Euch ein besseres Jahr als dieses. Gesundheit, Liebe, Lachen, Freunde und Freude! Bleibt fröhlich! Bleibt dran und mir gewogen! Alles Liebe! 


Montag, 27. Dezember 2021

27.12.2021 Weihnachten

Hallo liebe Glühweintrinker, Kerzenanzünder, Last-Christmas-Hasser, gute Welt! 

Ich wünsche frohe Weihnachten gehabt zu haben! 

Ursprünglich sollten wir über Weihnachten weg sein. In einem großen Hotel in Deutschland mit Buffet, damit wir Veganer was zum Essen finden.
Nun, die Inzidenzen in Deutschland stiegen und stiegen dank Omikron und auch exorbitant auf Teneriffa, so dass wir uns zwei Tage vor dem Rückflug von Teneriffa entschlossen haben, das Hotel zu stornieren und gepflegt daheim zu bleiben. 

Wir wären mit dem Zug zum Hotel angereist, mit Umsteigen. Mit Taxi. Mit allem. Wie schrecklich in diesen Tagen! Gefährlich. Ich will alles, nur nicht die Seuche. Auch wenn wir geboostert sind, wir könnten uns ja trotzdem anstecken und noch am allerschlimmsten, andere, die weniger geschützt sind. Das wäre mein persönlicher Albtraum, wenn ich jemanden damit anstecken würde. Der dann noch am Ende ins Krankenhaus muss oder es schlimmstenfalls nicht überlebt. Wie könnte ich damit leben? Gar nicht. 

Nun, ich dachte, wir machen dann eben ein ganz klitzekleines, bescheidenes Notfest daheim. Ohne jegliche Vorbereitung und Planung, aus dem Stand. 
Am Tag nach unserer Ankunft in Köln konnten wir noch das Nötigste einkaufen, unser Kühlschrank war natürlich total leer. Ja, und am anderen Tag war schon Heiligabend. 

Ich habe mir geschworen, mir keinen Stress zu machen. Das Haupteinfallstor für Migräne. 
Irgendein Weihnachtsengel saß auf meiner Schulter, ich blieb von diesem großen Übel dieses Weihnachten völlig verschont. Extrem selten, das. 

Keine Ahnung, wie ich alles auf die Kette gekriegt habe, aber wir haben ein supergemütliches, kuscheliges, lustiges und friedvolles Weihnachten gehabt. Um frei mit Helge Schneider zu sprechen: mein Herz weitete sich zu einem saftigen Veggie-Steak. Ich war gerührt, nicht geschüttelt. Das war Bond. 

Leider hatten wir keinen Weihnachtsbaum (jedenfalls keinen echten, nur den kleinen Tannenbaum to go, unseren winzigen Baumwedel von Teneriffa, der Jingle Bells singt und einen anderen sehr kleinen Kunstbaum.) Wir hatten nicht mal Zweige und auch keinen Christstern. Die ganze Weihnachtsdeko blieb im Keller, dafür war einfach keine Zeit. 

Die Wohnung habe ich schnell in einen annehmbaren (nicht perfekten) Zustand gebracht. Die enormen Wäscheberge, die Sammlung der letzten Wochen, ruhte schmutzig auf meinem Laufband in meinem Schlafzimmer. In zwei riesigen Haufen. Tür zu! Zack, Unordnung weg. Herrlich. 

Heiligabend habe ich um 14:00 Uhr notiert, was ich an den Weihnachtstagen servieren werde. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich je so kurzfristig dran war damit. 

Aber es ging, es geht alles. Ich dachte immer, ich muss ruhig und entspannt bleiben. Wäre ich ein Opfer der Flutkatastrophe in NRW und RLP, dann sähe es noch mal ganz anders aus. Also immer schön dankbar bleiben. Das hilft mir dann, wenn ich mir gut zurede. Das Dumme ist, dass ich zig wunderschöne Weihnachten hatte, seit meiner Kindheit. Die Messlatte hängt deswegen immer ziemlich hoch. Aber wichtig ist auch, Fünfe gerade sein zu lassen. 
Auch mal eine wichtige Erfahrung, dass das geht. 

Für unsere Nachbarin und ihrem Che Guevara war es perfekt, dass wir doch daheim waren. So konnten wir diesen kleinen, geliebten Dickbauchkater über Weihnachten umsorgen. Und hatten damit auch einen Gast! Ohne Ansteckungsgefahr! 


Heiligabend, am Nachmittag. Wir hatten noch einen letzten unangetasteten Stollen, wundervoll! 


Wohnzimmer, der Gast hat es sich schon gemütlich gemacht. 


Gegen 18:00 Uhr haben wir begonnen, Stimmung zu machen. Bäumchen an, Kerzen an, Musik an. Wir haben eine Duftlampe und ich hatte letztes Jahr ein gutes Weißtannenduftöl bestellt. Sehr teuer aber ein Traum. Hier roch es wie im Wald. 

Zum Einstimmen haben wir unsere Weihnachtspost geöffnet und gelesen. Dazu hat der Mann eine Pulle Sekt geöffnet. Da ich migränefrei war und (weiß der Teufel warum) nicht gestresst, habe ich mitgetrunken. Ich bin Alkohol nicht gewöhnt, so fing ich nach dem Kartenlesen das Tanzen an. Da kann ich nichts für. 




Der Mann gab sich überrascht beim Auspacken der Geschenke. Bis auf ein Geschenk wusste er, was ich für ihn habe. Ich hatte im Vorfeld noch überlegt, ob ich ihm ein Script schreiben soll. Mit Texten wie "Oh, wie überraschend! Eine Flasche! Wie hast du das erraten? Du bist ein Teufelsweib!"

Aber er hat sich auch ohne Vorlagen sehr geschickt angestellt. 


Kleines Heiligabend-Notmenü:

Vorspeise: Spießchen mit Räuchertofu, Zwiebel und Cocktailtomate
Hauptgericht: Viverasteak mit Potatowedges und Rosenkohl
Dessert: Kaffeecreme mit Sahne, Spekulatius und Karamellsoße





Unsere Lavalampe. 




Das ist der wedelnde Tannenbaum von Teneriffa, den hatten wir schon vor Jahren mitgebracht. Der singt Jingle Bells. Es ist dermaßen kitschig, so dass wir dieses winzige Bäumchen einfach lieben müssen. Die Sorte schrecklich-schön, wisst Ihr!  


Nach dem Essen bearbeitete der Mann E-Mails und WhatsApps, am anderen Tischende liegt der Che auf dem Stuhl. Der gibt ihm vermutlich die Antworten vor. 



Gebacken habe ich auch noch, wir hatten keine Plätzchen mehr und die ersten Nachbarn bekamen mit, dass wir daheim waren und brachten uns ihre Plätzchen. Wir hatten nichts, wie schlimm! Also noch schnell backen. Ich war immer noch nicht aus der Ruhe zu bringen. Faszinosum. 


Orakelt haben wir auch. Das ist ein sehr nettes, liebevoll gestaltetes Kartenset. Das bekamen wir letztes Weihnachten von meinem Bruder und meiner Schwägerin. 


Kleines 1. Weihnachtstag-Notmenü

Vorspeise: Orangen-Paprika-Tomaten-Suppe
Hauptgericht: Linguine mit Pfifferlingen, Steinpilzen und Knoblauch
Dessert: Traumstücke
 





Kleines 2. Weihnachtsfeiertag-Notmenü
 
Vorspeise: Klare Pilzsuppe
Hauptgericht: Aubergine, Veggie-Kassler und Kartoffel-Bärlauchpüree
Dessert: Der ‘Große Weihnachtsteller’ in klein 






Heute haben wir den 27.12.2021, Weihnachten ist alle. Aus, vorbei, Geschichte. 

Der Che hielt noch eine kurze Rede. Es begann mit: "Niederes Nachbarsvolk, Zweibeiner! Ich möchte zu euch sprechen, merket auf! Hört hört! Reichet mir die Leckerchentüte mit den tollen Brekkies! Ferner fordere ich Mäuse, Tanz und Musik! Sofort! Auf dass auch ich Weihnachten habe. Rühret euch!" In diesem Tenor sprach er mit uns. 


Das gab es heute, Resteverwertung. In den überbackenen Paprikaschoten ist das Kartoffelpüree mit Pesto von gestern Abend enthalten. Dazu ein paar Zwiebeln - ebenfalls aus dem Ofen und aus einem Teil der Orangen-Paprika-Tomaten-Suppe habe ich eine Soße gebastelt. Einfach Chiliöl und etwas Salz hinzugegeben, fertig. Total super! 



Hier ist es ganz ruhig jetzt. Der Mann hört das Hörbuch von Kerkeling mit den Katzen. Der Che frisst gerade und ich habe endlich meine ersten beiden Waschladungen in Bearbeitung. 

Wir begucken unser Buffet mit den Karten und Geschenken und sind happy, dass wir ein schönes, kleines Weihnachten hatten. 



Da hält er noch seine Rede. Che Guevara in groß: 



Ich wünsche Euch von Herzen entspannte Tage bis zum Jahreswechsel. Diese seltsamen Tage, nicht Fisch, nicht Fleisch. Ich mag diese Zeit total. Das alte Jahr loslassen, das neue erwarten. Erinnern, reflektieren, dankbar sein. 

Macht es Euch nett, passt sehr gut auf Euch und Eure Lieben auf und kommt her, Wäsche falten. Ich kann kaum drüberschauen! 

Alles Liebe, bleibt dran und mir gewogen! Peace für Euch und Eure Leute!