Montag, 31. Mai 2021

31.05.2021 Da geht er hin, der Mai

Liebe Sonnensucher, Veganierende, liebe Freunde! 

Schon fünf Monate vom neuen Jahr sind vorbei. Das ist doch verrückt. Die wenigen Male, die ich in diesem Jahr meine Wohnung verlassen habe, kann ich vermutlich an einer Hand abzählen. So traurig, das alles. 
Aber endlich wird es wärmer. Am letzten Wochenende konnte ich endlich den Sonnenschirm aufspannen. 
Der Mann weilte ein paar Tage im Norden bei seinen Enkeln, ich habe hier das Haus gehütet und die Nachbarn = die Katzen. 

Meine Freundin A. aus B. weilt gerade auf Sylt und schickt mir Bilder. Von Rechts wegen müsste ich mit ihr dort sein. Aber weil für 2021 der Jakobsweg mit meinem Sohn geplant war, sagte ich ab. 
Nun, der Jakobsweg fand nicht statt in diesem Jahr. Wegen der Seuche und weil 2021 ein sogenanntes 'Heiliges Jahr' ist, da ist der Weg in Spanien von Pilgern überflutet. Menschenmassen = ohne mich! 

Ach, dachte ich: nicht schlimm, machen wir den Weg nächstes Jahr. Nun, guess what: der Papst hat aufgrund der Verhältnisse auch nächstes Jahr als heiliges Jahr ausgerufen! Sowas macht der! 
Also werde ich nächstes Jahr auch nicht dorthin reisen. 
Jetzt weiß ich auch nicht mehr weiter. Keine Ahnung, ob ich 2023 noch lebe. 


Das wollte ich Euch noch zeigen, rechts. Noch ein Geschenk von  meiner Schwägerin und von meinem Bruder. 50 vegane Rezeptideen, zum Herauszupfen und wieder einfügen. Das ist nett. 



Che:


Weißkohleintopf; mit Gemüse, Weißkohl und Tofu Natur. Ich hatte sehr viel zubereitet und teilweise dem Mann mitgegeben als Verpflegung für seine Reise, zusammen mit einem Curry. 



Das habe ich mir gekocht, ich war ja mutterseelenallein, verlassen von Gott, dem Mann und dem Papst. 
Pilzrisotto mit gebratenem Tofu Natur (der weiche, vom Asiaten) und mit Erbsen und Möhren. Dummerweise musste ich drei Tage davon essen. Na ja, war sehr lecker, aber drei Tage esse ich eigentlich nicht gern das gleiche Gericht, ganz egal wie lecker. Luxus-Problem, völlig klar. 



Che: 


Milo vorne, Che hinten. Feindschaft. Der kleine Che hat den armen Milo voll im Blick. Das verheißt nichts Gutes!



Ich habe die Tage zwei Gerichte aus dem Buch "Arm aber Bio!" von Rosa Wolff nachgekocht. Das Buch habe ich schon sehr lange und ich liebe es. Immer mal wieder lese ich es durch von Kopf bis Fuß. Äh, von erster Seite bis zum Schluss. Es inspiriert mich und ist clever und witzig geschrieben. 

Das ist die Kartoffel-Lauch-Suppe. Sie heißt Potage Parmentier. Wie wohlklingend. Das Interessante ist, wenn sie kalt ist (zwei Stunden durchgekühlt), verwandelt sie sich und heißt Vichysoise. Zauberei! 
Ich war unsicher, ob mir eine kalte Kartoffel-Lauch-Suppe schmecken würde. Aber es ist wirklich wahr, sie schmeckt auch kalt himmlisch. Nun kenne ich zwei kalte Suppen. Die Gazpacho und die Vichysoise.

Das Rezept im Buch ist leider nicht vegan,  es sieht Crème fraîche vor. Da kam natürlich die fantastische Creme Vega zum Einsatz. Und statt Butter mein Albaöl. 
Geht doch, geht alles. Wo ein Willi ist....

Tatsächlich habe ich es geschafft, etwas von dieser köstlichen Suppe für den Mann zu verwahren. Der hat echt Schwein, dass der mich hat! Echt jetzt. Jeder andere wäre schwach geworden und hätte alles alleine aufgegessen. Wenn das nicht mal mein Karmakonto auffüllt, weiß ich auch nicht. Verdammter Held, ich. 


Milo:


Und noch ein Gericht aus dem Buch, ganz simpel aber eines meiner Lieblingsgerichte, der Kartoffel-Möhren-Stampf
Da gibt es wohl keinen wohlklingenden, französischen Namen. Schade. Ich habe geröstete Zwiebeln drauf gepackt, ganze viele.

Die hübschen Blüten gehören zur Berg-Flockenblume. Die wachsen bei uns wie blöd. Wie Schaum. 



So sieht sie aus. Im Hintergrund mein riesiger Rosmarinbusch. 


Che: 


Milo:



Der Mann hat mir von seiner Reise u. a. "niedersächsische Mützen" mitgebracht, sind die nicht niedlich? Die gibt es heute. Ich habe acht Pilze, ich werde sie befüllen und mit Simply V überbacken. 


Unten ist das Gericht Berglinsen mit Tomatensauce aus dem Buch 'Vegan tut gut - schmeckt gut' von Jérôme Eckmeier. Dazu habe ich an einem Tag Dinkel-Vollkornnudeln gepackt und am anderen Gnocchi. 


Mega lecker. Eher ein aufwändiges Gericht (ständig rühren und beobachten), aber toll. 



Das war mein Leben in den letzten 11 Tagen. Mehr passierte nicht, ich kann auch nicht mehr daraus machen. 

Bleibt gesund, auf Abstand, genießt den Frühling und freut Euch auf den Sommer. Alles wird gut! Das habe ich bestellt. 
Bleibt dran und mir gewogen! 

Freitag, 21. Mai 2021

21.05.2020 Einmal wandern und zweimal essen mit der Family

Hi liebe erneut Gelockerte, liebe vegane Welt! 

Der Tag gestern fing schon gut an, denn der Sohn sandte mir ein Bild von der Arbeit. 

Er (im Bild unten) hat seine Kollegen von der Feuerwehr irgendwie genötigt, Schilder hochzuhalten. Der hat sie bestimmt erpresst oder so. Niemand weiß es. 

Wie auch immer - in meinem äh, gesetzten Alter tut der Anblick von vier jungen Männern schon sehr gut, die an mich denken. Kann ich brauchen! Da springe ich doch schnell aus meinem Bett. 


Zudem hatte ich gestern viel vor. 

Zuerst kam die Wanderung in der wunderschönen Ehrbachklamm, zusammen mit dem Mann und meinem Bruder. Das liegt in der Nähe von Boppard am Rhein. Wir sind 9,5 km in knapp vier Stunden gewandert, 390 Meter rauf und wieder runter. Superanstrengend, bildschön. Hat sich gelohnt. 

Völlig unerwartet bekam ich ein Wetterchen zum Helden zeugen. Nun gut, jenes ist ja schon lange erfolgt (siehe wieder obiges Bild, unten); damit hatte ich also nichts mehr am Kleid. Das Wandern war auch so anstrengend genug. Meine beiden Männer weigerten sich standhaft, mich zu tragen, wenn es steil wurde. Es wurde steil. Sehr, sehr steil. Und meine Beine weich wie Pudding. Darüber wird noch zu reden sein... 































Danach sind wir zu meinem Bruder und meiner Schwägerin nach Braubach, andere Rheinseite, gefahren. Denn der Mann und ich hatten einen großen Wäschekorb voller spanischer Fressalien, Bier und Wein an Bord. 

Daheim hatte ich bei Jamon.de Vorräte bestellt. Versender spanischer Feinkost. Die haben zwei vegane Präsentkörbe, aber ich habe mir die Spezialitäten einzeln ausgesucht und zusammengestellt. Nach Studium jedes einzelnen Produkts habe ich ziemlich viel in meinen Warenkorb legen können. Nur mit dem Craftbier aus einer Crowdfunding-Initiative war ich unsicher. Das ist ein blinder Fleck. Ich habe alles versucht, darüber etwas herauszufinden. Kann sein, dass es doch 'geklärt' wurde. Nun, mit der Unsicherheit lebe ich jetzt mal. Ihr wisst ja, perfekt ist hier nichts. Aber ich gebe mein Bestes. 


Ich hatte noch mehr im 'Wäschekorb', Stangenbrot, Tomaten, Olivenöl, Trauben, Wein, spanische Musik, Schirmchen. Ach, alles. Tausend Dinge. Eigentlich hätte es für eine Fußballmannschaft gereicht. 


Meine Schwägerin hat uns wunderbar erwartet und ich durfte mich an einen gedeckten Geburtstagstisch setzen. Sie selbst hatte auch Einiges vorbereitet (sie isst vorwiegend vegetarisch, mein Bruder ist ein Omnivor. Es tut meiner Liebe für ihn keinen Abbruch.)

Die Terrasse von den Beiden mit Blick auf Vater Rhein:


Sie haben mir eine eigene Serviette gegeben. Die anderen hatten andere. 




Leider hatten wir nur zwei Stunden zum Essen, dann mussten wir schnell wieder zurück nach Bonn. Die aktuelle Lage und die Bestimmungen wollten es, dass ich meine Familie teilen muss, wenn ich sie alle an einem Tag sehen möchte. 

So sind wir also schnell nach Bonn gedüst. Und das Auto machte Probleme. Das erste Mal in seinem vierzehnjährigen Leben. Wir kamen trotzdem an, aber das Auto ist gerade in der Werkstatt. Da hatte ich vielleicht Puls. Kann man sich nicht vorstellen. 

Daheim angekommen, hatte ich eine halbe Stunde für Vorbereitungen und dann klingelten sie schon, mit Blumen. Der Held und seine liebe und extrem süße Lebensgefährtin M. aus A. 

Aus meinem unerschöpflichen Fundus habe ich Tapasteller gereicht, als Vorspeise: 




Nun kam auch endlich mein großer Topf mit köstlichem Chili zum Einsatz.  Mit einem Dip aus einem halben Becher Alprojoghurt (Natur, ungesüßt) und einem Becher Creme Vega. Mit Zitronensaft, Prise Salz und weißem Pfeffer. 
Das Jungvolk hatte sich zum Trinken Malzbier gewünscht (Vitamalz ist vegan).

Dazu Stangenbrot. Reis hätte ich auch gekocht, aber sie wollten lieber nur Brot. Was ich persönlich auch immer vorziehe, beim Chili. Ich verlinke hier erneut das Chilirezept meiner Freundin Ulikat. Es ist spektakulär lecker und atemberaubend. Mit viel Chili drin. Wie der Name schon sagt. 



Zum Schluss gab es Erdbeeren mit Schlagsahne (Soyatoo) und Bourbonvanillezucker. 

Ihr seht das Bier...!? Das ist mexikanisch.  Das habe ich an diesem Tag allen Familienmitgliedern mitgegeben. 
Mag ja sein, dass man sich damit ansteckt...., irgendwie.... aber es ist vegan! Definitiv.  Na also, geht doch! Geht alles. 



Nach dem Essen war ich schon wieder in Wallung, denn die Ausgangssperre nahte. Die Beiden haben es aber rechtzeitig nach Hause geschafft, bevor der Hammer fiel. 
Was für ein aufregender Tag! 

Witzigerweise hat mir meine Freundin A. aus B. ein sehr schönes Geschenk gemacht: eine der Vegan-Kisten von Jamon.de. !!! 

Das ist extrem passend, weil ich mich so auf weitere Tapas-Treffen mit meiner Gang freuen kann! Es wird nie leer hier.  


Das war ein sehr anstrengender und stressiger Geburtstag, dank der aktuellen Auflagen (ich bin es so leid, sagte ich das schon mal?). Und dank der steilen Wanderung (immer nie werde ich getragen. Unverschämtheit.)

Aber dieser wundervolle Tag war alle Mühen wert. Es war superschön, meinen heißgeliebten inner circle um mich zu haben. Wenn auch geteilt. 

Nun blicke ich auf ein neues Lebensjahr und bin - wie meist - guten Mutes. 'Et hätt noch emmer joot jegange'. Kölsches Grundgesetz, Paragraph 3.  

In dem Sinne, schöne Pfingsten, bleibt fröhlich und gesund. Bleibt dran und mir gewogen!