Sonntag, 9. September 2018

09.09.18 Bouillonkartoffeln mit Seitan und Meerrettichsoße

Es ist erst ein paar Tage her, dass mein Augenstern von uns gehen musste. Ich laufe seit dem neben der Spur; Phasen voller Aktivität wechseln sich ab mit Phasen der Lähmung.

Dotty's Sachen sind alle im Keller und warten auf den nächsten Einsatz, auf den nächsten Hund. Das wird noch dauern, bis ich mich wieder einem neuen Hund zuwenden mag.

Bei mir, dicht an der Frau sozusagen, habe ich ihr Halsband und ihr Bärchen.


Es fällt schwer, auf die Stellen zu gucken, an denen sie lag. Die Nächte sind für mich am schlimmsten.

Der Befund der Tierklinik ging uns zu. Nun habe ich das Elend schriftlich. Es wurde nur Ultraschall gemacht; ich möchte nicht wissen, was man noch gefunden hätte, wenn man sich nicht nur auf Ultraschall des Abdomens beschränkt hätte. Ich bin mir sicher, dass am Bewegungsapparat, hinsichtlich Rücken, auch Einiges sehr im Argen lag.
Viel zu viel Leid für ein süßes, kleines Hundemädchen.

Unser Leben geht nun weiter; irgendwie. Der Rheinländer sagt: Et muss ja.

Eine kleine Stärkung (Tartex, schnelle Tassenmahlzeit), getuned mit Paprika:



Gestern hatte ich Ablenkung; der Mann und ich waren Teilnehmer der Demo "Stoppt das Sterben im Mittelmeer! Schafft sichere Häfen!" der Seebrückenbewegung. Veranstalter und Beteiligte der Demo waren  alle möglichen sozialen und demokratischen Institutionen (Seenotretter, Jugendorganisationen, Vereine,  kirchliche Einrichtungen, Parteien).
Eine Teilnahme an der Demo empfanden wir als erste Bürgerpflicht.

Der Mann und ich haben das Auto des Veranstalters  bewacht. Damit dem Auto keiner was tut und keiner verletzt wird, Kind, Hund, Katze, Maus. Wir waren über 600 Teilnehmer. Ich finde, es hätten schon durchaus mehr sein dürfen. Können. Sollen.


Der Mann passt auf!






Wir hatten tolles Wetter und die Stimmung war gut.

Nach der Demo haben wir uns bei der Bi-Bu, dem Veganmobil auf dem Bonner Marktplatz, gestärkt.
Wir nahmen beide einen Falafelwrap mit zusätzlich gebratener Aubergine und einem Avocadodip.


Die Falafelwraps sind in Bearbeitung: ziemlich viel, was da rein kommt!




Ich sag's wie es ist: Geiler Scheiß! Das Teil kam mir vor, als hätte ich ein ganzes Pfund in der Hand. Habe ich natürlich aufgegessen. Da muss man durch! Mega lecker. Saftig. Tolle Falafel.

Obwohl ich mehr als satt war, musste ich noch ein Eis essen vom Cassius Garten. Walnuss/Karamell und Cocos. Wenn man schon mal an veganem Eis vorbei kommt - noch dazu so ein tolles - dann sind Opfer zu bringen. Satt ist nur eine schwache Ausrede.
Bild gibt es leider nicht, ich sehe sehr, sehr kacke aus zur Zeit! Mein niedriges Gewicht, der Kummer.

Gestern und vorgestern hatte ich Bouillonkartoffeln mit Seitan (Viana) und Meerrettichsoße. Ich glaube, ich nenne das Gericht Stafelpitz. Keine Ahnung, wie ich darauf komme.

Die Bouillonkartoffeln bestehen aus Klötzchen von Kartoffeln (festkochend), Möhre, Sellerie, Lauch, Kräuter. Angebraten mit Zwiebel und Knoblauch in Rapsöl; gedünstet mit Bouillon. Mit frischem Liebstöckel. 

Die Meerrettichsoße habe ich aus einer Mehlschwitze gemacht, abgelöscht mit Bouillon und Sojamilch. Für die Soße ist fast ein ganzes Gläschen Saane-Meerrettich von Vitam draufgegangen. Es hat sich gelohnt. Hammerlecker.

Den Seitan von Viana habe ich in drei große Stücke geschnitten und dann in feine Scheiben.




Das war eine kurze Wasserstandsmeldung. Wir leben noch, aber wir sind traurig. Ablenkung naht, wir wenden uns wieder Urlauben zu. Zudem werde ich erstmals in meinem Leben ehrenamtlich tätig sein; das tut mir gut.

Ich hoffe, ich sehe mit der Zeit nur noch das Gute, was wir mit Dotty hatten und kann das alles besser verarbeiten und sortieren; was mit meinem kleinen Schatz passiert ist und wovor ich sie nicht bewahren konnte.

An einem Tag hatte Dotty mein (veganes) Leberwurstbrot vom Teller geklaut, als ich kurz in die Küche ging. Ich hatte nur einmal abgebissen. Als ich zurück kam, war der Teller leer und Dotty kaute. Sie schien ausgesprochen zufrieden und entgegen meiner Befürchtung, dass es sie umbringen könnte, mit ihrem Magentumor, schadete es ihr nicht.

Ich wünschte, ich hätte noch mehr Leberwurstbrote 'ausgelegt'.

Schönen September, liebe LeserInnen




Kommentare:

  1. Hallo Susi,

    das tut mir ja echt so leid. Da habt ihr ja eine sehr kurze Zeit mit Dotty gehabt. Eine so schöne Hündin. Aber sie hatte bei euch mit Sicherheit eine letzte schons Zeit.

    Liebe Grüße
    Claudia

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