Montag, 18. April 2016

18.04.16 Sylt - Rüm Hart, klaar Kiming

Sylt vom 11. - 16. April 2016

Rüm Hart, klaar Kiming, der Wahlspruch der Friesen bedeutet weites Herz, klarer Horizont.





Auf dem hohen Küstensande

Wandre ich im Sonnenstrahl;

Über die beglänzten Lande

Bald zum Meere, bald zum Strande

Irrt mein Auge tausendmal.
Auszug aus “Auf dem hohen Küstensande”
Theodor Storm, 1817 - 1888


La Mer 
 

Wir haben nach fast neun Jahren endlich wieder Sylt für ein paar Tage besucht.

Ich hatte große Sehnsucht nach dem Meer, der Weite, dem Wind, der Sonne. Lust auf das Gefühl wohliger Wärme und kribbelnder Finger, wenn man nach einem langen Strandspaziergang ein Café besucht, einen Grog trinkt, etwas Leckeres isst.
Sylt heilt alles. Sylt heilt jeden Kummer. Der Wind, die gesunde Luft, der helle weiche Sand und die Gastfreundlichkeit der Sylter sorgen für ein Rundumwohlgefühl.

Damals war ich noch Allesesser, dieses Mal hing meine Messlatte höher; vegan muss es sein. Wie immer vor Urlauben vertiefte ich mich tagelang ins Netz und eroierte unsere Möglichkeiten. Letzten Endes hatte ich viele Lokale gefunden, die zumindest veganfreundlich waren, oder wo ein anderer Blogger schon mal Veganes fand.
Alle Cafés / Restaurants konnte ich natürlich nicht abarbeiten. Denn irgendwann ist man satt. Mein Magen wurde sportlich gedehnt auf Sylt; aber trotzdem ist irgendwann Ende.

Meine Liste, immer dabei. Und dazu ein Grog.


Bitte bedenkt, dass meine Bilder und die besuchten Lokale Momentaufnahmen sind. Zur Zeit (April 2016) gibt es kein rein veganes Lokal auf Sylt. Aber einige, die zumindest ein veganes Gericht auf der Karte haben. Einige sogar mehrere! Das kann sich natürlich auch wieder ändern. Mehr werden oder weniger. Ich hoffe mehr!

Gewohnt haben wir in einer Ferienwohnung in Westerland. Ich kann die Ferienwohnungen der Familie Hässler nur empfehlen.

Dort haben wir gefrühstückt. Nach Studium der Frühstückskarten der einzelnen Cafés entschied ich, dass wir uns besser selbst versorgen.
Auch zu Abend haben wir meist daheim gegessen. Alles was man dazu braucht, ist problemlos zu erstehen. Entweder bei Budni in Wenningstedt, dort sind Alnaturaprodukte zu bekommen (Wahnsinnsangebot für VeganerInnen, zudem beispiellos gute Kennzeichnung veganer Produkte); Rossmann ist auf Westerland, zwei Reformhäuser gibt es (Westerland). Aber auch die zahlreichen Edekafilialen haben viel Veganes im Angebot. Zudem gibt es die einschlägigen Discounter und was weiß ich nicht noch alles; man kommt richtig gut klar. 

Das erste Lokal, welches wir besuchten, war das Strandhaus, Café, Tapasbar, Dünenrestaurant. Dort gab es leider nur einen Salat für uns mit Brot. Der Salat war allerdings köstlich. Ein sehr großer, tiefer Teller voll. Und der Ausblick auf die Dünen war sehr angenehm. Die Sonne lachte, das Leben ist schön.






Westerland



Eines der vielen bezaubernden reetgedeckten Häuschen von Sylt




Zum Abendessen, wenn wir mal nicht ausgingen, hatten wir meist Brot und veganen Aufschnitt, anfangs auch die Linsenpaste, die unsere Freunde für uns gemacht haben (hier im vorigen Post berichtete ich).
Wir stießen auf ein Geschäft namens 'Salatkogge'. Wir dachten: eh super, da ist was für uns. Der Name sollte Programm sein! War dann leider doch nur ein Salat/Fischgeschäft wie die anderen auch. Aber ein paar wenige vegane Sachen fanden wir dort; und die waren wirklich gut. Da nahmen wir ein paar Töpfchen fürs Abendbrot mit.


Die hatten Sylter Rote Grütze; die nahmen wir auch mit. Daheim hatte ich Sojacuisine und Rohrohrzucker; das passte doch perfekt.


Einmal habe ich uns zum Brot eine Gemüsesuppe mit Nudeln gemacht. Convenience-Produkt, fanden wir im Budni.



Ein verspätetes Osterhäschen fand sich in FeWo-Nähe. Okay, okay, es ist ein verspätetes Osterkarnickel. Das hat unter Burnout gelitten; Ostern war heftig. Hat es mir selbst gesagt.




Selbst mit veganen Mitbringseln konnten wir uns auf Sylt eindecken. Gummibärchensyltinsel, Bonbons und natürlich Tee! 




In dem Restaurant Relax in Westerland, Wilhelmstr. 5, bestellten wir einen Vorspeisenteller für zwei, wir mussten nur ein bisschen was weglassen und was anderes hinzunehmen.





Hörnum



Ganz neugierig waren wir auf das Restaurant Möllers Anker in Hörnum, Blankes Tälchen 8.
Denn Möllers Anker hat auf seiner Speisekarte auch vegetarische und vegane Gerichte.




Ich nahm 'Zweierlei Currylinsen im Reisblatt gebacken auf Kräuterseitlingen in Kokosrahm'.

Vorher bekamen wir Brot, Öl und ein Dressing mit 'Möllers Anker-Gewürzmischung'. Die und mehr kann man übrigens auch kaufen und heimtragen. Habe ich getan, natürlich. Ich bin empfänglich für Schönes und Gutes.



 Nun aber mein Gericht:



und als Dessert 'Gebratene Biobanane mit gequollenem Chiasamen & Maracuja-Parfait' von der Tageskarte.



Der Gatte wählte von der regulären Karte 'Buchweizen-Risotto mit gerösteter roter Bete, zweierlei Möhre, Kräuterseitlingen und gerösten Kürbiskernen'


 und als Dessert 'Hausgemachtes Maracuja-Joghurt-Parfait mit Beeren-Minz-Salat und Knisterspaß'.


Das Essen war nicht nur eine Augenweide, es hat hervorragend geschmeckt. Das war für mich eines der leckersten Gerichte überhaupt, die ich je auswärts irgendwo bekommen habe. Wenn nicht sogar das leckerste.

Selbst die Rechnung kommt nett daher:




Ganz wunderbares Restaurant, Möllers Anker. Alle Daumen von uns beiden hoch; aber mal so richtig hoch! Hier stimmte alles. Das Ambiente, die Bedienung, das Essen, die Getränke, alles.


List




Die eigentlich für Sylt obligatorische Schifffahrt haben wir uns geschenkt. Jede Fahrt war mit 'Seetierfang'. Müssen wir nicht mitmachen. Freiheit für die Meeresbewohner!



Auf List hat man es als VeganerIn nicht gerade leicht.

Aber wir wären nicht wir, wenn wir nicht auch auf List was Gutes finden würden, auch Dank der Tipps von anderen VeganerInnen im Netz.
Im Piratennest am Lister Hafen setzten wir unseren Anker. Denn auf der Tafel standen Spaghetti aglio e olio. Dazu nahmen wir einen kleinen Salat. Dann kommt da so eine große Schüssel, das war alles andere als Beilagensalat, den wir uns gedacht hatten. Und so hübsch!
Wir sprachen vorher mit der sehr netten Bedienung; der Ober hat uns ein tolles Avocado-Ingwerdressing auf den Salat gepackt. Packen lassen. Lecker!  


Unsere Nudeln, ein Berg. Voller herrlicher, kleiner, gerösteter Knoblauchscheibchen. Millionen. Glaube ich. Ein Gedicht. Mit hausgemachter Pesto! Und stellt Euch vor, als ich die Bestellung aufgab, vergaß ich zu fragen, ob die Nudeln Ei enthalten. Das holte ich kurze Zeit darauf nach und er hat gesagt, dass die aus Hartweizengries sind; sonst hätte er uns das schon gesagt. Das fand ich klasse. Der war sowieso ein Goldstück, unser Herr Ober. Der war sehr kooperativ und gastfreundlich. Sollte ich je Gastronomie besitzen, dieser Mann wäre meine erste Wahl. Den würde ich einstellen, sofort.


Wer mich kennt, weiß, dass ich richtig gut reinhauen kann, trotz meiner Ministatur. Aber hier kam ich an meine Grenzen. So köstlich das war, draußen in der blitzenden Sonne. Zu viel für mich. Die Sonne schien trotzdem weiter.



Nach einem so leckeren Essen muss die obligatorische Linie her.








Beim Spazierengehen haben wir gesehen, dass es im Bistro von der Einrichtung Naturgewalten List ein veganes Gericht auf der Karte gibt. War dort angeschlagen. Eine mediterrane Gemüsepfanne mit Kartoffelspalten und Reis. 


In List findet sich die Eismanufaktur, in der Dünenstr. 3. Dort haben wir vier Fruchteissorten gefunden. Himbeer, Erdbeer, Mango und Zitrone.



Auf dem Rückweg von List nach Westerland stiegen wir in Wenningstedt aus dem Bus aus. So sonnig es in List war, in Wenningstedt hatte der Seenebel das Sagen. Am Strand sah man das Meer überhaupt nicht!


The Fog. Wunderschönes Phänomen, so ein Seenebel.


Wir sahen aber das Restaurant iismeer. So gerade noch. Die haben veganes Eis und man kann über einer Feuerstelle sein eigenes Stockbrot (Knüppelknifte) rösten, mit Tofu, wenn man mag. Wir waren leider noch satt, so kann ich Euch kein Bild zeigen. Nur vom Fenster.





Westerland hat uns wieder.
Diese Schöne begrüßt uns.


Auf Westerland finden seit Jahrhunderten auf Sylt angestrandete Seeleute ihre letzte Ruhe, ihre Heimstätte.




Das ist das Strandrestaurant Badezeit in Westerland, Dünenstr. 3.

Fantastische Lage; gute Karte mit Möglichkeiten für unsereiner, sehr gute Beratung und freundliches Entgegenkommen. Entspannt, fröhlich, großartig. Lecker eh. Ebenfalls ganz klare Empfehlung für die Badezeit! Ihr seid so gut!



Warmer Spargelsalat (Tageskarte, glaube ich). Der Mann hatte das.



Ich aß die Karotten-Ingwersuppe mit Kokosmilch aber ohne Scampi, sure.


Soja-Vanilleeis mit einem Rhabarber-Erdbeerkompott auf Empfehlung der Bedienung. War auch sehr gut.

 Das hier war auch lecker, das war ein Pfirsichpunsch. Wärmt schön.




Westerland, abends






Westerland, von der Sonne beschienen



Ein Stricktierchen am Geländer von einem der Strandaufgänge






Ein Pinguin. It's me. 





Das Künstlercafé in Westerland; Boysenstr. 9. Hier gibt es sehr guten Kaffee und zwar mit Sojamilch! Vegane Gerichte konnten wir nicht ausmachen; aber die Bedienung meinte, wenn denn vegan gefragt werden würde, würden sie das hinkriegen. Ich hätte es gern ausprobiert, hatte aber noch andere Restaurants / Cafés auf meinem Zettel. Aber selbst nur für einen Kaffee lohnt sich der Besuch. Der schmeckt besonders.




 Kunst:








Restaurant Sylter Stadtgeflüster, Boysenstr. 4. Auch hier steht ein veganes Gericht auf der Karte. 

Das wählte der Mann: Asiatische Reisnudeln mit Wokgemüse und gegrillten Tofuscheiben. 


Ich stellte mir was aus zwei verschiedenen Gerichten der Tageskarte zusammen. Ein fruchtiger Salat mit Avocado, dazu geröstete Kartoffeln. Das war sehr gut.


















Tinnum

Hier kommt ein ganz besonderer Tipp, die Sylter Tagesbar, Keitumer Landstr. 12, Tinnum-Ost.

Säfte, Smoothies, gesunde Snacks, Suppen. Alles in wunderschönem Ambiente und mit Liebe und umsichtig gekocht/zubereitet. Dieses noch recht junge Lokal ist eine Bereicherung für Sylt.





Ich hatte einen Powersmoothie (der rosafarbene), der Mann einen mit Banane.


Hübsche Produkte mit und aus Rose kann man als Souvenir käuflich erwerben, z.B. Rosensalz und -zucker.



Manns Wrap:


Meine Spargelcremesuppe. Viel, heiß, lecker und sehr schön angerichtet.



Die Tagesbar ist schön wie ein Gemälde. Ich habe meine Augen ganz lange weiden lassen.

Dieses Lokal ist so bezaubernd, dass ich wünschte, es wäre meines. Wir haben uns lange hier aufgehalten und sehr nett unterhalten. Sehr guter Spirit hier.






Sylturlaub ist vorbei. Was soll ich sagen? Ich sags mit den Ärzten:

Westerland, Die Ärzte









Kommentare:

  1. Ich schmeiß mich weg, Susi, Du übst ja voll hart für Wien ;-) Freut mich, dass ihr es schön hattet - ich empfehle allerdings unbedingt, die Ausdehnungsfähigkeit Deines Mägelchens noch ein bisschen weiter zu trainieren ;-))) Grins!

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    1. Hi meine Liebe!
      Ich trainiere hart für Wien. Wir laufen uns gerade erst warm. :-)
      Liebe Grüße
      Susi

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