Mittwoch, 29. Juli 2015

29.07.15 Überraschungs-Hippieparty zum 65. für den Mann

Meine letzten Einträge sind lange her. In den letzten drei Monaten war ich mit meiner Freundin voll in den Vorbereitungen zum 65. Geburtstag vom Mann versunken. Mein Ansinnen war, dass er die geilste Party seines Lebens bekommen soll. Natürlich als Überraschungsparty.
Mir 'schwob' eine Flower-Power-Party vor mit seiner Familie und all seinen langjährigen Freundinnen und Freunden. An 65 Personen dachte ich, letzten Endes waren wir um die 50.

Das Planen und Ausführen stellte mich vor große Probleme; wir sind beide nicht mehr berufstätig und schleichen den ganzen Tag umeinander. Das war nicht einfach. Lieferungen, Termine, Einladungen, Telefonate. Gut, dass der Mann mehrmals am Tag mit dem Hund rausgeht und hin und wieder bei seinen Enkel babysittet, manchmal im Norden für ein paar Tage.
Aber ich habe alles gewuppt, zusammen mit meinen Freunden und meinem Sohn. Allein hätte ich das nie gepackt. Ohne drei ganz liebe Menschen wäre ich verloren gewesen. Aber alle Mühe hat sich gelohnt; unsere Tarnung stand und hielt, bis zur allerletzten Sekunde.

Übrigens, sollte irgendwer Tipps zu einem gelungen Doppelleben gebrauchen - ich kann helfen. Ich bin nun mit allen Wassern gewaschen und kann mühelos kunstvollste und dichte, glaubhafte Lügen weben.

Mein Sohn hat so getan, als würde er dem Mann zum Geburtstag zwei Tage vor der Party einen mydays-Gutschein schenken für irgendein 'Männerding'. Damit hat er ihn dann am besagten Samstag entführt.

Meine Helfer und ich legten derweil letzte Hand an die Feierräumlichkeiten:



Die Terrasse mit Blick auf den Rheinstrand Oberkassel bei Bonn:








Der Mann saß im Auto und wurde entführt. Er hatte erwartet, mit meinem Sohn Bagger zu fahren oder Boot. Was Männer halt so tun, wenn man sie lässt.
Für eine Geisel grinst der ziemlich frech.


Die Feiergesellschaft trifft eine halbe Stunde vor ihm ein; ich instruiere alle; meine Freunde und unsere Thekenmannschaft versorgen die Gemeinde.
Leider kann ich Euch keine Bilder der vielen Gäste zeigen. Die müsst Ihr Euch dazudenken.
Hier erkläre ich den Gästen (alle Richtung Terrasse und Theke) gerade, was wir an Getränken da haben und wie der Ablauf ist. Und dass sie gleich mucksmäuschen still sein müssen, der Mann naht. Der wird reingeführt und man darf keinen Ton hören. Schwierig bei 50 Personen, geht aber! 


Er kömmt. Man kann eine Stecknadel fallen hören. Sogar die beiden kleinen Enkel geben keinen Mucks von sich. Der Hund wird sofort von seinem Geschirr befreit und lautlos begrüßt:


Der Mann darf seine Augenbinde ablegen:


Kurze Orientierung:


Es ertönt die Musik 'Happy Birthday' von Stevie Wonder, ganz laut; alle singen mit!
ER: Aufsehen, umsehen, registrieren, Puls kriegen.


Freuen, freuen, freuen. Noch guckt er nur geradeaus; aber rechts von ihm stehen die meisten Gäste, die hat er noch gar nicht registriert!


Jetzt aber. Dank dezentem Hinweis:


Für uns privat und alle Beteiligten habe ich nun hunderte schöner Bilder; leider kann ich sie Euch nicht zeigen. Er hat alle begrüßt, abgeklatscht, sich tierisch gefreut und versucht, nicht zu heulen oder einen Herzinfarkt zu bekommen - wofür ich dankbar bin.
So zeige ich Euch noch ein paar Impressionen von unserer Feierdeko und der Einrichtung, und der gigantischen Profi-Musikanlage. Wir hatten sämtliche Lampen/Lichter, rotierend, strahlend; Nebelmaschinen, alles.



 

Bei der Deko haben wir genommen, was bunt und fröhlich ist, und was an die 60er und 70er Jahre erinnert.






Wir hatten Klick-Klack-Kugeln, Seifenblasen, Freundschaftsbändchen für alle Gäste; Hippieservietten, Modellautos, Luftballons, zwei Lavalampen usw.




Für alle Gäste hatte ich zudem eine Fotobox gemietet; am Tisch daneben haben wir Perücken, Hippieklamotten, Stolen und Blumenketten ausgelegt zum verkleiden.

Es konnten so viele Fotos wie gewollt geschossen und ausgedruckt werden. Nach der Veranstaltung haben alle Gäste sämtliche Bilder in Dateiform bekommen zum weiterverarbeiten oder ausdrucken.

Der Tisch zum Verkleiden:


Die Fotobox. Ist ganz einfach:  sich in Stellung bringen, Bildschirm berühren, paar Sekunden warten, Bild ggf. ausdrucken oder neues schießen. Das ist schon alles; ganz großer Spaß!


Bevor es ans Fotografieren ging, habe ich die Hauptperson umgezogen und ihm ein 'Eagles, Hotel California - Tour 1977' - T-Shirt geschenkt (das ist sein absolutes Lieblingslied und wehe, die Radiosender spielen es nicht aus) und seine Tanzschuhe. Seine Hundeleckerli-Bauchtasche habe ich ihm auch entrissen und ganz weit entfernt versteckt. Wirklich ganz, ganz weit entfernt.




Dann habe ich eine Rede halten. Zwei weitere haben es mir nachgetan, meine Schwägerin hat sogar für ihn gesungen und ihn mit Rosenblättern beworfen. (Nicht bis er blutete.) 


Meine Freundin hat ihm eine Collage gebastelt:


Alle Gäste haben ihn mit vielen Seifenblasen bepustet. Jede Seifenblase sollte ein Wunsch von ihm darstellen, der in Erfüllung gehen soll.


Zeit für's Buffet (teils vegan, teils unvegan. Denn der Mann und ich waren leider die einzigen Veganer an dem Abend. Das war die einzige bittere Pille, die es für mich bei diesem Event zu schlucken gab. Ich habe versucht, was ging.)


Zu einer anständigen Geburtstagsparty darf die Torte nicht fehlen.

Bei meiner handelte es sich um eine verzauberte Donauwelle in Form einer Hippietorte.
Sie war - darauf bestand ich, weil es seine Torte war -  vegan und wurde vom Café Mae's in Bonn (zusammen mit zwei Platten Fingerfood, veganen 'Käsespießchen' und 'Frikadellen' und einem Mitternachts-Chili) geliefert:




Nach dem Essen kam die Party weiter in Fahrt; unsere Disco lud bei Musik der 60er und besonders der 70er Jahre zum Tanzen ein. Einige versuchen gerade, ihre Namen zu tanzen. Gottseidank erkennt man niemanden; sonst würde das Foto hier auch nicht zu sehen sein. Ich tanze in etwa wie ein tanzendes Fragezeichen. Sieht seltsam aus; aber das Gespons nimmt das klaglos hin.


Je später der Abend, desto stärker wurde die Fotobox frequentiert.


Sohn und ich, wir diskutieren noch, wer wen trägt


Gewonnen:


 Immer noch ich, mit langen Haaren, komisch aber auch!


Der Mann, ebenfalls mit plötzlichem Haareinschuss und Brille (nein, Heino konnte ich nicht bezahlen, ich habe echt alles versucht)



Anfangs hatten wir noch stundenlang Sonne und schnuckelige 28 Grad Celsius


Irgendwann ging die Sonne unter. Unsere Gäste haben die große Sonnenterrasse stark genutzt; es war ein durch und durch herrlicher Tag.



Innen, in den Partyräumen, wurde es immer wilder und irgendwann verabschiedeten sich die letzten Gäste.

Er, nun mit uns allein, hat sich mit den Klick-Klack-Kugeln getröstet. (Der kann das, ich nicht. Ich würde mir drei Zähne ausschlagen. Kennt Ihr die noch?)


Wir haben nach der Party noch bis ca. 3.00 Uhr morgens eine erste Aufräumaktion gestartet.

Was die Gäste nicht wussten und er auch nicht; auf den Mann wartete noch eine weitere Überraschung: Wir haben im Basecamp in Bonn übernachtet; das ist eine große Sammlung von Wohnwagen und Schlafwagen in einer riesigen Halle zum Übernachten; jeder sieht anders aus; diese meist sehr alten Wagen sind liebevoll restauriert und von einer Filmausstatterin ausgestattet worden.
Da der Mann Science Fiction liebt und alles, was am Himmel hängt, fliegt und rotiert; habe ich ihm eine Nacht im 'Spaceshuttle' geschenkt. Hier könnt Ihr Euch das Basecamp übrigens angucken. Supercoole Sache.

Er dachte, es ginge nach Hause. Ha ha.




Natürlich darf der E.T. nicht fehlen. Der trägt nämlich Manns Initialen und wird nicht nur deswegen von ihm und mir heiß und innig geliebt. Den habe ich ihm besorgt, den kleinen Mann; der E.T. gehört nicht zur Wagenausstattung.


So haben wir an dem Abend einen Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft geschlagen.

Am anderen Morgen hatten wir beide 'Hangover'; ich bin nachts noch heimgegangen, weil mir aufgrund der ganzen Aufregung und der abfallenden gigantischen Anspannung übel war, und er hatte sich nachts die Sohle von einem seiner Tanzschuhe abgerissen. Zudem muss ich beim Aufstehen nachts auf seine Brille getreten sein; die war total verbogen.
Tja, Brille verbogen, Schuh kaputt, Frau weg: muss 'ne geile Party gewesen sein! 


Die Tage danach waren mit aufräumen, waschen, sammeln, sortieren, wegräumen, bezahlen, verkaufen, Essen verteilen usw. beschäftigt und mit der Aufarbeitung der Party. Da gab es noch viele nette Telefonate und Mails; die Fotos mussten alle zusammengesucht und an alle verschickt werden.

Ich habe den Mann in den letzten Tagen erstmal gründlich aufgeklärt, wie mein Leben in den vorhergehenden drei Monaten war; wir beide hatten ein vollkommen anderes. Was er nicht ahnte. Jetzt weiß er das auch.
Die Brille ist wieder gerade gebogen und die Schuhsohle wird angeklebt. Ich bin wieder an seiner Seite; alles ist wieder gut.

Montag, 6. Juli 2015

06.07.15 Was für Saftladen! Wir sind begeistert!

Unser Weg führte uns heute mal wieder in die City von Bonn. Wir haben erstmals die kleine Saftbar / das Bistro Ananda besucht. Dort bekommt man jede Menge frisch gepresste Säfte, Salate, Suppen, Kokosmilchreis und gebratene Nudeln mit Tofu, Frühlings- und Sommerrollen. Es ist ein sehr kleines Restaurant mit großer Theke, innen mit einigen wenigen kleinen Tischen und ein paar weiteren Sitzgelegenheiten draußen.

Leider hat es keine Homepage, aber es ist im Fratzenbuch präsent.
53111 Bonn, Acherstr. 12. Das Ananda befindet sich gegenüber des Seiteneingangs der Sportarena.

Es ist nicht komplett vegan, aber die Säfte sind es natürlich alle und die meisten Gerichte auch.
Unsere veganen Freunde haben uns das schon öfter empfohlen, heute haben wir uns rechtzeitig daran erinnert und Ananda einen Besuch abgestattet:


Ich hatte den Saft Nummer 23, Exotic Traum, mit Passionsfrucht, Mango, Orange und Ananas (3,80 Euro großes Glas) und die Sommerrollen mit Erdnussdip (4,50 Euro), der Mann hatte Saft Nummer 20, der hieß 'Tornado', war ähnlich wie meiner aber mit Grapefruit statt Ananas gepresst.
Er wählte die gebratenen Nudeln mit Tofu (für 4,90 Euro!).








...es saugt und bläst der Heinzelmann....




 
Bei meinen Sommerrollen war sogar ein Schälchen mit Wasser und Zitrone dabei; die Sommerrollen werden aus der Hand gegessen. 

Alles war extrem lecker und frisch und schnell auf unseren Tellern bzw. am Tisch. Wir waren verzückt! Wären wir nur schon eher mal dahin gegangen!

Ganz klare Empfehlung für Bonner und Bonnbesucher, die was Superleckeres, Schnelles und Gesundes in der Stadtmitte suchen.

Die Bedienung ist überaus freundlich und sehr flott. Die sehen uns wieder! Aber sowas von.

In der Nähe vom Ananda fand ich in einem Schaufenster übrigens diesen Spruch, fand ich gut. Ich finde ihn tröstend, ich habe kein Händchen für Mode, nie gehabt. Meine Freundinnen haben schon als Kinder die Hände über den Köpfen zusammengeschlagen wenn sie meiner ansichtig wurden. Es ist wohl normal und gesund (in Sachen Abgrenzung), dass die eigene Mutter sagt: "So gehst du mir nicht aus dem Haus, was sollen die Leute sagen!", aber wenn die Freunde ins gleiche Horn blasen - nicht schön. Gar nicht gut. Was will man machen, so hat jeder sein Trauma. Na ja. Dinge geschehen.


 Nach dem Essen gingen wir zum CassiusGarten um uns an deren Eis zu ergötzen; die Wahl fällt immer schwer bei zwölf Sorten. Bei mir hat wieder Malagaeis gewonnen und er nahm Nuss(-Krokant?) und After Eight.





Göttlich, göttlich, göttlich, das Eis. Zum Niederknien und laut und wohlig Stöhnen.

Mit Eis hatten wir es gestern Abend schon zu tun; meine Pizza war im Ofen und sah ihrer Vollendung entgegen. Ich hörte es leise rappeln draußen und ging auf die Terrasse. Es hagelte. Ich wollte die Topfplanzen retten, war aber schon zu spät. Wahre Geschosse fielen aus dem Himmel, da pfiff mich der Mann zurück.
Da kam was aus dem Himmel, unfassbar. Ich war total aufgelöst vor Schreck. Sowas hatte ich noch nie erlebt. Die meisten Hagelkörner waren erbsen- bis kirschgroß, aber vereinzelt fielen große Eisklötze aus dem Himmel. Zwei davon fand ich zwischen unseren Büschen.
Manche Autos haben arg gelitten, andere sind völlig unversehrt.


Nach vielleicht drei oder vier Minuten war alles vorbei. Und die Pizza fertig. Das war gut, dann konnte ich mich beruhigen. Essen tröstet. Schäden hatten wir gottseidank keine.

Pizza mit Oliven, Paprika, Peperoni und Tomaten. Obenauf befindet sich ein Hefeschmelz aus Mandelmus, Salz, Wasser und Bierhefeflocken. Teig und die Tomatensoße sind hier beschrieben, so mache ich die Pizza immer. Nur der Belag und die Käseauflage variieren, je nach dem, was ich da habe.




Heute Abend machte ich uns eine Pfanne mit Tofu, Lauch, Möhren, Frühlingszwiebeln und Glasnudeln. Dazu eine scharfe Fertigsoße, Chili-Mango. Ich habe sehr schöne Bilder gemacht. Meinte ich jedenfalls. Eine hier lebende männliche Person hat mich nach dem Essen darauf aufmerksam gemacht, dass die Karte nicht in der Kamera war. Tja, das wäre mein Preis gewesen. Schade. Denkt Euch einfach was total Hübsches und Leckeres. Das kommt hin.