Samstag, 4. April 2015

04.04.15 Neulich im Klostergarten...

Kennen wir Veganerinnen und Veganer alle: warum erzählt einem ein Omnivor, so bald er vor uns steht , ob und wie viel und wie oft er Fleisch isst? Ohne, dass wir auch nur andeutungsweise das Thema darauf gebracht hätten? Niemand weiß genau, wie es zu dieser Zwangshandlung der Omnivoren kommt.

Das ist ein bisschen so; als würde ich bei einem Ausflug auf eine Klosteranlage stoßen. Ich schaue mich dort um und sehe im Klostergarten eine Nonne Kräuter einpflanzen. Ich stürze auf sie zu.


Ich sage: “Guten Morgen! Schön haben Sie es hier! So, Sie sind also Nonne. Hm. Eine Frau des Glaubens! Hihi! Nein, im Ernst, finde ich ganz ganz toll, Nonne zu sein und das Leben allein Gott zu widmen, Gutes zu tun und zu beten. Großartig! Wirklich.
Ich könnte das nicht. Ist das nicht extrem? Immer nur beten, nie shoppen? Und Sex haben Sie ja auch nicht, wie man so hört. Dürfen Sie nicht, nee? Worauf man da alles verzichten muss.
Kein bisschen Bumsen? Dürfen Sie denn Petting? Wobei, ich muss sagen, mit Sex habe ich ja auch aufgehört. Also was heißt aufgehört. Ich mache es nur noch selten. Höchstens zweimal im Jahr. Wenns hochkommt. Nimmt einfach überhand mit dem Sex, überall springen einem die Nackten entgegen auf der Suche nach dem G-Punkt. Die ganze Sexindustrie, Lack, Leder, Peitschen, Gleitcremes. Bäh, nee. Will man nicht. Das kann man nicht unterstützen.

Sex ist auch völlig überbewertet, wenn Sie mich fragen. Völlig! Man kommt ins Schwitzen, muss ein Bett suchen oder fällt im Stehen um; die Kleidung zerknittert, die ganze Stöhnerei und die Schreie; das geht doch immer total auf die Ohren. Im Rücken kracht es; nee, ich entferne mich immer weiter davon. Mir macht das Ganze schon lange keinen Spaß mehr. Aber man will ja kein Spielverderber sein. Immer kann man sich nicht entziehen, die gesellschaftlichen Verpflichtungen, verstehen Sie?

Wenn ich aber mal Sex habe – allerhöchstens einmal im Jahr - dann wähle ich mir den Partner ganz genau aus. Da gucke ich dreimal hin. Da kommen mir nur sehr saubere und ungebundene Männer, vorzugsweise unbescholtene Akademiker, ins Bett. Und selbstverständlich nur mit Gesundheitszeugnis und mit Kondom!

Nett haben Sie es hier, im Klostergarten. Wirklich bezaubernd! Ja, dann! Dann will ich mal weiter. Schönen Tag noch.”

Kommentare:

  1. liebe susi - ein schönes beispiel! wirklich. und sehr anschaulich!
    einfach toll :-D
    liebe grüße
    und schöne ostern!
    sandra

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    1. Danke schön liebe Sandra!

      Ich wünsche Dir auch frohe Ostern! :-)
      Hier sind nun Tulpen eingezogen, wir sind bereit. Na ja fast, zwei Schokohäschen muss ich noch gießen.
      Liebe Grüße
      Susi

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  2. Ha ha ha ... wie genial! Ich kann mir das richtig gut vorstellen...die arme Nonne. ;-)
    Aber es stimmt tatsächlich, dieses "Ich ernähre mich ja eigentlich auch vegan. Ich esse ja im Prinzip so gut wie kein Fleisch. Und wenn, dann kaufe ich mein Fleisch beim Bio Bauern." kenne ich nur zu gut. Zum einen wollte man das gar nicht wissen und dann...bitte was?!

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    1. Hallo liebe Nicole,

      ich höre das in unterschiedlichen Abwandlungen sehr sehr oft, egal ob Verwandte, Freunde, Bekannte, Dienstleister.
      Aufregen tut es mich mittlerweile nicht mehr, ich denke, sie wollen nur irgendwie was sagen und nett sein.
      Mich amüsiert, wie völlig unvermittelt und total aus dem Zusammenhang (z. B. beim Friseur! Jedes Mal!!!!) sowas über uns hereinbricht. Es menschelt halt.
      Liebe Grüße und frohe Ostern
      Susi

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