Sonntag, 25. Mai 2014

25.05.14 Vegan & Poisonfree Tag 25, Fazit

Den Maissalat habe ich gestern nicht mehr gemacht, ich wollte mich lieber in den Chefsessel knallen und Obst essen.
Aber heute Morgen war es soweit; denn der Mann hatte Wandertag. Da habe ich ihm wieder ein veganes Wanderköfferchen gepackt.

'Kerniger Maissalat' v. Lisa Pfleger; Saftschorle, Apfel, Spacebar von Wheaty und - ich weiß nicht, was mich geritten hat, ich habe ihm meinen allerletzten, heiligen, göttlichen, unnachahmlichen, wunderbaren White Nougat Crisp - Riegel von Vivani eingepackt. Wenn das nicht Liebe ist. Offengestanden tat es mir schon leid, so bald ich ihn in seinem Rucksack verschwinden sah.



Der Mann war hinfort und ich hatte viel Zeit. Was könnte ich alles machen, mit so viel Zeit? Tausende Möglichkeiten. Weites, unbemaltes Feld. Ich hätte alles tun können, frei wie ich war. Um diesen Zauber nicht zu zerstören, habe ich vorsichtshalber gar nichts getan. Bloß nicht dran rühren!
Okay, ich war natürlich wählen, der Hund wurde bewegt und ich habe die Spülmaschine angeworfen.
Darüber hinaus blieb ich untätig und guckte einfach lieb und gelassen aus meinem kleinen Gesicht heraus. Wie es so meine Art ist. Das Gute ist, dass ich so länger frisch bleibe. Ich habe mich nicht abgenutzt.

Der Mann kam zurück, er hatte alles aufgegessen bis auf den wunderbaren Nougatriegel! Der war unangetastet. Er gab ihn mir zurück. Ich fasste es nicht! Gepriesen sei der Herr!
Das muss Liebe sein.

Um mich dieses wunderbaren Mannes würdig zu erweisen, habe ich mich überredet, endlich mal seine "Riesen-Vegarnelen' von Lord of Tofu zuzubereiten. Die hatte er stolz von einem seiner Biolädenausflüge geschossen. Da schlug wohl noch mal der alte Pescetarier in ihm durch.
2,29 Euro in unserem Bioladen.


Riesen-Vegarnelen in Knoblauchöl mit Tomatenreis und Dillsoße


Für Zwei

Reis
2 Tassen Reis
4 Tassen Gemüsebrühe
1 kleine Zwiebel
etwas Öl
ca. 200 g Tomaten (drei kleinere)


Vegarnelen
1 Packung Vegarnelen
5 Knoblauchzehen
viel Olivenöl
Salz
Chili gemahlen
Pfeffer

Dillsoße
150 ml Hafercuisine
150 ml veganer Weißwein trocken
2 gehäufte EL Dill
Soßenbinder
1 EL Sojacuisine
Salz
Zucker
weißer Pfeffer

Wie geht:

Die Zwiebel würfeln und andünsten. Den Reis hinzufügen und rühren, bis er glasig ist. Mit 4 Tassen Gemüsebrühe auffüllen. 15 Minuten dünsten lassen.
Derweil die Tomaten zwei Minuten mit kochendem Wasser übergießen; danach abschütten und häuten. Teeren, federn und Vierteilen, Blütenansatz wegschneiden, Kerne entfernen, in kleine Würfel schneiden. Der Großteil der Tomatenklötzchen kommt in den fertig gekochten Reis, der Rest wird beiseite gelegt bis zum Anrichten.

Die Hafercuisine, den Weißwein und den Dill aufkochen lassen, drei Minuten köcheln lassen. Binden, salzen, etwas Zucker oder Agavensirup hinzugeben, pfeffern. Nach dem Kochen und wenn die Soße schön gebunden ist, einen EL Sojacuisine hinzufügen.

Die Knoblauchzehen in Scheiben schneiden. 
Das Olivenöl sehr heiß werden lassen. Die Riesen-Vegarnelen von allen Seiten kurz und scharf anbraten; salzen und pfeffern. Ziemlich zum Schluss den Knoblauch hinzugeben und kurz mitbraten lassen, Hitze zurücknehmen. Er darf nicht zu dunkel werden, sonst wird er bitter.

Aus dem Tomatenreis mittels Tasse oder Form einen Turm bauen. Darauf eine Vegarnele ablegen, die anderen daneben. An den Fuß des Türmches kommen die restlichen Tomatenklötzchen zu liegen.
Soße dazugeben, ggf. Türmchen dekorieren (hier Rosmarinzweig).

Die waren gar nicht mal so gut... die Vegarnelen. Geschmeckt hat mein Gericht insgesamt schon, aber im Ernst: die Vegarnelen haben nicht wirklich was mit Garnelen zu tun. Weder Geschmack, noch Aussehen, noch Farbe, noch Konsistenz. Also nicht, dass Ihr da falsche Hoffnungen hegt! Wie man es dreht und wendet. Es bleibt lecker angebratener Tofu.


Morgen ist mein Fitnessstudiotag, freue mich schon! Ich werde gleich mal meine Turnhose herauslegen und die Indoorschuhe. Ich werde sie streicheln und ihnen sagen, dass sie morgen an etwas Großem teilhaben werden, die Frau macht wieder Sport.
Morgen werde ich ins Studio gehen und mich gleich zehn Zentimeter größer fühlen. Mein Bauch wird vermutlich schon mit Durchschreiten der Eingangstür deutlich flacher sein.

Kommentare:

  1. hehe.... ich war sehr gespannt auf dein urteil, als ich eben von den garnelendingern las ;-)
    die hatte mir eine gute freundin auch mal kredenzt, als wir zum essen geladen waren. und ich fand sie auch nicht so toll. und das war jetzt nett beschrieben. denn im grunde fand ich sie... absolut überflüssig. denn ich fand das nicht mal leckeren tofu, da gibt es wesentlich besseren. also, finde ich.
    schön, daß es dir offenbar besser geht :-) und viel spaß beim sport morgen!
    lg,
    em

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  2. danke em!

    Ganz im Ernst, manchmal denke ich, die Veganprodukthersteller denken, den Veganern könnten sie alles andrehen. Oder sie beherrschen einfach gut die Maxime: aus nichts was machen.... :-)

    Natürlich kaufen wir das nicht nach. Ich kann selber Tofu Natur in schmale zerbrochene Stücke schneiden und bespielsweise Eisbein draufschreiben. Hey Marktlücke, ich werde reich. Die Veganerkumpels werden das nie merken, dass das einfach nur Tofu ist. Der nach Tofu schmeckt. Und so aussieht. Und so riecht. Am besten male ich noch ein kleines rosa Schweinchen auf die Packung. Das merken die nie. Yay!
    Oder vegane Ochsenschwanzsuppe. Ich kette einfach viele Tofuklötzchen der Reihe nach auf ein mundgeklöppeltes Band und tauche das in dunkle Gemüsebrühe. Ich merke schon, ich expandiere. Ich brauche viele Mitarbeiter.

    Liebe Grüße
    Susi

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    1. guten morgen :-)
      nun wollen wir mal nicht undankbar sein. viele lebensmittel, die nah am original sind (würstchen, schnitzel, frischkäse) sind teilweise wirklich mittlerweile ganz gut getroffen. nicht alle. aber einige. das ist ja auch geschmackssache. bei käse bin ich nach wie vor zwiegespalten. und bei fischimmitaten einfach total skeptisch. die müssen doch selber merken, daß sie sich meilenweit vom original befinden. oder nicht? oder meinen sie tatsächlich, die vegarnelen schmecken wie garnelen? oder sollen sie sie ersetzen? durch einen ganz anderen geschmack (nämlich dem von naturtofu) fragen über fragen. fakt ist, es läßt sich offenbar sehr viel geld mit veganen produkten verdienen. so überteuert, wie diese leider oftmals sind :-(
      brauchst du noch eine zuverlässige, fleissige, vegane (!) angestellte?
      :-D

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    2. ja, ich brauche noch MitarbeiterInnen, die meine Tofuklötzchen rund streicheln; ich verkaufe sie dann als Eier. :-)

      Ich mag einige wenige Ersatzprodukte gern, z.B. von Wheaty (auch nicht alles), oder Taifunprodukte (da z.B. die veganen Wurstscheiben Papillon; großartig), aber das Gros dieser Produkte enttäuscht mich regelmäßig.

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  3. Leider konnte mich noch keines der Produkte, der Firma überzeugen, die die Vegarnelen herstellt. Auch der Tofu war irgendwie bröselig und trocken. Kein Vergleich zu Taifun zum Beispiel. Ich hatte neulich die Schillerlocken von LoT. Da kann man deinen Text dazu eins zu eins übernehmen.

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    1. ich hätte die nie mitgenommen, der Mann ist manchmal noch empfänglich für sowas.
      Drei der Vegarnelen waren auch schon in der Packung zerbrochen; wie Du auch schreibst, bröselig.
      Ich merke bei mir ganz stark die Tendenz, dass ich mich weg bewege von den Ersatzprodukten. Eine schmackhafte vegane kreative Küche braucht das alles gar nicht. Mit diesem Markt ist viel Geld zu verdienen - Umsatzsteigerungen um 20% jährlich; da versucht die Nahrungsindustrie natürlich alles. Das ist bei uns nicht anders als bei den Omnis.
      Liebe Grüße
      Susi

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