Dienstag, 22. Oktober 2013

22.10.13 Dreihundert Tage vegan

300 Tage veganes Leben, zumindest so gut wie möglich. Mit dem einen oder anderen Ausrutscher und Fehler, wo ich meinte, etwas ist vegan und dann war es das nicht. Oder bei meiner Freundin habe ich mal bewusst Pellkartoffeln mit Quark gegessen während die anderen Steaks gegrillt haben. Mein Besuch war spontan, es war Sonntagabend (Geschäfte geschlossen), nur nackte Kartoffeln bekomme ich schwer runter, will nicht rutschen. Da habe ich mal Fünfe gerade sein lassen. Obwohl ich ansonsten gern mal zur Verbissenheit neige, habe ich mir das schnell verziehen.

(Als Kind habe ich mich ständig verschluckt, ich erinnere mich, dass mich mein Vater an den Fesseln packte und kopfüber ausschüttelte weil ich ein großes Stück Kartoffel im Hals hatte. Haben die ständig mit mir gemacht, meist waren klebrige Bonbons in meiner Strotte.


Hier ein Foto von einer dieser bedrückenden Situationen.)

Die wenigen Ausrutscher waren vegetarischer Natur. Fleisch oder Fisch ist mir seit Ende 2012 nicht mehr unter und auf den Teller gekommen.
Manchmal vermisse ich noch ein weiches Frühstücksei und Krabben. Damit lebe ich gut, ich muss nicht immer alles haben.
Alles andere juckt mich nicht, tangiert mich nicht, fehlt mir nicht.
Des Veganers Tellerchen kann reichlich gedeckt sein.

Abschreckendes Gegenteil: heute Mittag. In dem Ausflugslokal, welches wir hin und wieder aufsuchen, weil der Hund dort schön über weite Wiesen am Rhein laufen kann.


Es gab, man erkennt es gut, Bratkartoffeln und eine Gemüseplatte mit: Tata! Trommelwirbel: Nichts. So wie das Gemüse aus der Kochflüssigkeit kam, so landete es auf meinem Teller. Nackig und bloß wie der liebe Gott es schuf. Bar jeglicher Kräuter, Nüsse, Samen, Gewürze (außer etwas Salz).
Das Gemüse hatte aber Biss und es gab reichlich; das war gut. Mit Öl, Salz und Pfeffer gewürzt konnte ich es essen, ansonsten hätte es nach nichts geschmeckt.
Die Bratkartoffeln waren ebenfalls trauriger Natur, nicht ein Zwiebelstückchen fand sich darin.

Wäre das mein tägliches Brot als Veganerin, ich würde mich jeden Abend in den Schlaf weinen.


Morgen habe ich vierten Hochzeitstag. Da gehen wir wieder essen. Der Restaurantbesitzer meines italienischen Lieblingsrestaurants hat mir beim Gassigehen mit unseren Hunden mitgeteilt, dass er extra für mich eifreie Nudeln gekauft hat.
Wir werden sehen, was die daraus machen. Ich werde berichten. Bleibt dran, bleibt mir gewogen.


Kommentare:

  1. Eigentlich sollten eifreie Nudeln beim Italiener doch der Standard sein, das italienische Originalrezept ist doch 100% Hartweizengries.
    Ich bin auch der Meinung, dass der Veganer eine Riesen-Auswahl an Speisen hat, ok, vielleicht nicht unterwegs und auf Reisen, aber wenn man sich selbst versorgt schon :-)

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    1. hallo Simon, das hatte ich auch gedacht, leider kann man sich darauf nicht verlassen. Ich war ganz schön enttäuscht, als ich beim letzten Mal erfahren habe, dass die Nudeln in meinem bevorzugten Restaurant mit italienischer Küche alle mit Ei sind. Ich dachte, beim Italiener wäre ich sicher.
      Hartweizengries und so, wie Du schon schreibst.
      Eine Leserin des Blogs riet mir, explizit nachzufragen; und siehe da: nicht eifrei.

      Hier eine interessante Seite über Pasta:
      http://www.mein-italien.info/essen-und-trinken/pasta-sorten.htm
      Liebe Grüße
      Susi

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