Montag, 30. September 2013

30.09.13 Der Schlüsselbund und wieder Tiere im Essen

Ein Wunder! Lasset uns niederfallen! Der Schlüsselbund vom Mann ist wieder da.
Oder lasst mich präziser werden: er war nie weg..........
Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: ich mache mich spätnachmittags auf den Weg und helfe dem Mann beim Suchen seines Schlüsselbundes. Hetze fast zwei Stunden durch den Wald weil die Dämmerung drohte. Den ganzen Waldboden, alle Parkbänke, Mülleimer, Pariser, Baumstümpfe, einfach alles habe ich mit meinen möhrenscharfen Veganeraugen abgescannt, nichts.

Sogar gebetet habe ich zum Heiligen Antonius. Das ist der, der für Verlorenes in der katholischen Kirche zuständig ist.
Jaaa doch, ich weiß! Er ist tot. Aber es funktioniert trotzdem. Er 'lenkt' einen zu verlorenen Gegenständen (meist Schlüssel, Brillen, Kreditkarten).
Als wir nichts fanden dachte ich noch, siehste! Die katholische Kirche ist auch nicht mehr das, was sie mal war.
Ich gebe zu, ich war enttäuscht. Mein Supertrick zog nicht. Der Teufel hatte seinen Schwanz auf dem Schlüsselbund und er war mit nichts dazu zu bewegen, seinen Schwanz zu lüften und ihn freizugeben, den Schlüssel. Selbst der Heilige Antonius hat versagt.
Dachte ich. Gestern.

Heute Morgen springt mich der Mann gutgelaunt und quietschfidel an als er vom Gassigehen heimkam. Drückt und herzt mich. Das ist höchst ungewöhnlich wenn man der Generation 60+ angehört.
Da dachte ich gleich, Obacht! Da ist doch was im Busch. Der hat was ausgeheckt. Braucht der Geld, hat er sich in eine andere Hundehalterin verguckt? Kann unser Hund Handstand?

Oh nein. Haltet Euch fest: der Schlüsselbund ward gefunden. Der lag die ganze Zeit wohlig daheim im Warmen während ich mir im Wald einen Wolf lief, tief unten in der Gürteltasche zusammen mit den Hundeleckerlis und lachte sich einen Ast!

Ich gehe am Stock, echt jetzt. Du glaubst es nicht, du kriegst die Tür nicht zu. Was ich hier mitmache. Was habe ich mit dem Mann gelitten und mitgefiebert und gesucht. Dann das.


Ich muss gleich ganz schnell in die Kirche, ein Kerzchen anzünden und Abbitte leisten beim Heiligen Antonius. Der hat seinen Job erstklassig gemacht; nur anders als ich mir das vorstellte. Das Ergebnis zählt, die Schlüssel sind da. Was will ich?
Ich schäme mich fast, aber ich dachte schon, der lahmt, der Antonius.




Vorräte verbrauchen Tag 8 von mindestens 14

Die Aufregung zollte ihren Tribut, ich habe mir heute Mittag schnell eine seelenwärmende entspannende Haferflockensuppe gemacht. Damit das Händezittern aufhört. Habe mit Feigen und Walnussöl  gearbeitet. Die Rosinen sind untergangen, da dachte ich, Öl schwimmt. Dann habe ich was worauf ich draufgucken kann. Natürlich war wieder Tier in der Suppe. Das ist die heißgeliebte Müslischüssel vom Mann. Geschieht ihm Recht; nun esse ich heimlich daraus. Das hat er nun davon, mich völlig umsonst im Wald zu verschleißen.



Für eine Person

ca. 0,5 l Hafermilch
3 gehäufte EL feine Haferflocken*
2 Teelöffel Vollrohrvanillezucker (mache ich selbst)
ein Stückchen Alsan
eine Prise Salz (wichtig!)
eine halbe Handvoll Rosinen
Chili aus der Mühle

Alle Zutaten in einen Topf geben, rührend aufkochen lassen, fertig. Nach Bedarf mit getrockneten Datteln oder anderen Trockenfrüchten oder auch gehackten Nüssen belegen. Ich habe auch noch etwas Walnussöl darauf geträufelt. Haselnussöl ist auch gut.
  
*hier waren es 4 EL längst abgelaufene Schmelzflocken von Kölln, die lösen sich völlig auf, deswegen sieht die Suppe so glatt aus. Glatt wie 'n Kinderpopo.


Kommentare:

  1. Oh, toll, dass der Schlüssel wieder da ist, wobei ich wohl echt stinkig gewesen wäre nach zwei Stunden so sinnloser Sucherei! :-)

    Und bei Deiner Überschrift mit den Tieren im Essen hab ich echt einen Schreck bekommen..DIESE süßen Tiere sind natürlich etwas gaaaanz anderes und so Veganer-freundlich.
    Liebe Grüße, hier ist so toller Sonnenschein!

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    1. Hallo Nina,

      die Schüssel ist wirklich niedlich. Wenn er nicht da ist nehme ich sie gerne.
      Richtig sauer war ich eigentlich nicht auf den Mann, nur ein klitzekleines Bisschen. Obwohl, wenn ich so darüber nachdenke.... zwei Stunden meines Lebens völlig umsonst verschenkt....
      Ich glaube, ich muss mit dem Mann mal ein ernstes Wort reden!
      Hier schien auch die Sonne, den ganzen Tag. Es war aber sehr windig und kalt. Es lebe die Fleecejacke.
      Liebe Grüße Susi

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  2. Hahaha, so lustig geschrieben! Du schaffst es echt, aus einer Alltagsgeschichte tolle Unterhaltung zu machen! :)

    Liebe Grüße
    Catta

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    1. das Blogschreiben hatte in dem Fall eine kathartische Wirkung. Ich musste doch dringend das Waldtrauma loswerden um mich wieder dem veganen Kochen zuwenden zu können. :-)
      Liebe Grüße
      Susi

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  3. *schmunzel* du hast mir in meiner trüben Stimmung grad ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert ;-)
    danke...

    Jessi

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    1. Hi Jessi,
      trübe Stimmung klingt traurig. Gut, wenn ich Dich ein wenig ablenken konnte.
      Liebe Grüße Susi

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  4. Mh, Deine Haferflockensuppe sieht so "glatt" aus...ist die püriert? Gibt es da schon ein Rezept im Blog? (Ich gestehe, ich suche nicht so gerne... ;) ).

    LG
    Ursula (Uhu)

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    1. In der Haferflockensuppe waren sogenannte Schmelzflocken, die lösen sich auf. Püriert ist die Suppe nicht. Oben habe ich nun nachträglich das Rezept dieser Haferflockensuppe eingetragen.
      So in der Art mache ich die immer.
      Liebe Grüße Susi

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