Freitag, 28. Juni 2013

28.06.13 Ein halbes Jahr vegan!

Ich lebe seit genau einem halben Jahr vegan!

Aus meinem anfänglichen Versuch Ende letzten Jahres, die Challenge For Fit von Hildmann für 30 Tage durchzuhalten, ist eine neue Lebensführung entstanden. Ökologischer, tierfreundlicher, verantwortungsvoller, bunter, vielfältiger, aufregender, lustiger und natürlich erheblich gesünder. Nicht billiger aber auch nicht wesentlich teurer, trotz Bio und oft Fair Trade.

Mit der Challenge hat meine Ernährung nicht mehr viel zu tun, an diesen Plan habe ich mir nur die 30 Tage gehalten. Ich gehe längst eigene Wege und lasse mich von vielen Veganköchen und -köchinnen inspirieren und von vielen Bloggern und Postern in den Social Medien. Zumal ich eine andere Auffassung von vegan habe als A. Hildmann. Bei mir geht es nicht nur um das Essen.
Ich bemühe mich, in meinem ganzen Leben Leid gegen Mensch und Tier zu vermeiden, so gut wie eben möglich. 100% geht nicht, weiß man. Aber es deswegen ganz zu lassen wäre eine schlechte Lösung.


Jedes vegane Gericht zählt. Jeder nicht gekaufte Ledergürtel. Jede Creme ohne Tierversuche und tierliche Bestandteile.
Wenn einer von den Lesern FleischesserIn ist und von mir was Veganes nachkocht und es schmeckt macht mich das froh.  

Wenn ich vorher gewusst hätte, wie gut das alles läuft, dann wäre ich viel eher umgestiegen auf die grüne Seite. Okay, die Umstellung fand ich etwas kompliziert und aufwändig, es dauerte, bis ich alles hatte und mich einigermaßen auskannte. Da muss man aber nur einmal durch. Irgendwann weiß man wie man Eier ersetzt oder was Quinoa ist und dass man mit Nussmusen wunderbare Soße und Desserts zaubern kann. Leckerer als Sahne natürlich. Gesünder sowieso. Nach ein paar Wochen / wenigen Monaten hat man alles drauf. Und dann ist es ein Selbstläufer. 

Viele tolle Gerichte habe ich seit dem gekocht, mit diversen neuen Produkten bin ich in Berührung gekommen, mein Horizont hat sich in viele Richtungen geweitet. Ich fühle mich bereichert und beschenkt. Durch Reaktionen auf meinen Blog, Gerichte, Erlebnisse, Menschen, Tiere. Eine Patenkuh habe ich auch, die Manuela von der Tierschutzstiftung Hof Butenland. Eine ehemalige Versuchskuh, der die "Forscher" täglich aus dem stets offenen Bauch Pansenflüssigkeit zur Untersuchung entnommen haben. Über Jahre. Zu sowas sind Menschen in der Lage (am Ende würden sie noch im persönlichen Gespräch behaupten, sie wären tierlieb...).
Manuela geht es endlich gut. Sie ist in Sicherheit, in den besten Händen, die man sich überhaupt vorstellen kann. Ihr Bauch ist geschlossen, wie das der liebe Gott für eine Kuh vorgesehen hat.

Manuela von der Tierschutzstiftung Hof Butenland

Erst später, als ich mich längst für Manuela entschieden habe, sah ich, dass sie eine weiße herzförmige Blesse auf der Stirn trägt. :-).

Manchmal fehlt mir auch was: z.B. hin und wieder ein weiches Frühstücksei. Nicht alles lässt sich ersetzen. Das macht aber nichts. Ich bin nicht der Meinung, dass jeder einzelne Pipifaxwunsch eines Menschen erfüllt werden muss. Es macht mein Leben nicht schlechter, wenn ich mir mal was aus guten Gründen versage. Auf der anderen Seite habe ich so viel gewonnen an Rezepten, Erkenntnissen, gesundheitlichen Vorteilen. Freunden, Bekannten, Gleichgesinnten.

Seit der Umstellung habe ich insgesamt ca. 4 - 5 kg abgenommen, auf diesem Niveau bleibe ich nun, ohne jegliche Anstrengung.

Meine Migräne kommt nach wie vor nur sehr selten und in deutlich schwächerer Form. Im Monat habe ich nur noch an zwei bis drei Tagen stärkere Beeinträchtigungen, nicht mehr an zehn - vierzehn Tagen wie vorher.
Mit der Umstellung ließ ich damals auch Kaffee komplett weg. Ich konnte deswegen nie 100%ig sagen, worauf die Besserung der Migräne zurückzuführen ist. Ich traute mich nicht, den Kaffee wieder auszuprobieren. Nun habe ich mich doch getraut, seit Anfang Juni trinke ich wieder öfter Kaffee, und siehe: das tangiert meine Migräne überhaupt nicht! 
Somit habe ich meinen Beweis, das vegane Leben allein hat mich gesund gemacht. Wer mich schon in der Zeit vor vegan kannte, wird das bestätigen können. Die Migräne hatte mein Leben erheblichst eingeschränkt.


Ich kann als Fazit nur eines sagen: ich mache fröhlich weiter!

Go vegan! :-)
Es geht, es ist nicht schwer, es ist toll! 


Kommentare:

  1. Hallo liebe Susi,

    ganz begeistert habe ich Dein Fazit gelesen!
    Du kannst ganz doll stolz auf DICH sein!!! Hut ab!
    Wow, ein halbes Jahres hast Du hinter Dir. Und Du hast uns immer sooo fleißig berichtet. Ein dickes Danke-Schön an DICH!

    Ich habe auch schon einen Großteil meiner tierischen Produkte gestrichen, bin aber leider nicht so konsequent wie Du. Aber jeder Tag ist ein Neuanfang. Du bist mein Vorbild!

    Herzliche Grüße
    sendet Dir
    Anfrieda

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  2. ein Großteil ist doch schon sehr viel! Für mich war ein krasser Schnitt vermutlich richtig, ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass andere lieber langsam reinwachsen möchten in eine neue Art der Ernährung, und darüber hinaus.
    Jeder hat sein Tempo. Das ist besser als alles auf einmal zu wollen und sich dann überfordert zu fühlen und hinzuwerfen. Das wäre schade.
    Liebe Grüße Susi

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  3. Liebe Susi,

    was für ein wunderschöner Bericht! Danke (auch mal stellvertretend für all die anderen, hier, die mich allesamt sehr bereichern und inspirieren)

    "Es geht.": d'accord! Es ist einfach(er als gedacht). Es gäbe (für mich) auch kein Zurück...

    Herzlicher Wochenendgruss

    Michaela

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    1. danke Michaela! :-)
      Ja, einfacher als gedacht trifft es ganz gut. Generell einfach ist es ja nicht, besonders unterwegs nicht.
      Liebe Grüße Susi

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